| |
Ein rundum perfektes Hörspiel
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Edgar Allan Poe. Hörspiel: Edgar Allan Poe - Folge 31: Teer und Federn. (Audio CD) Edgar Allan Poe ist immer noch Insasse der Nervenheilanstalt auf Blackwells Island. Fieberhaft sucht er nach einem Ausweg und kann sein Glück kaum fassen, als er unter seiner Bettstatt einen schmalen Tunnel entdeckt. Der führt Poe zu einer Erdhöhle in dem ein schwacher Greis haust, der seinen Leidensgenossen mit einer unglaublichen Geschichte konfrontiert. Der Greis namens Abraham Farry verspricht Poe bei seiner Flucht zu helfen und rät ihm, nach seinem baldigen Tod seinen Unterarm abzutrennen und aus dem Knochen einen Dolch zu fertigen. Anschließend müsse er die Mordtat gestehen, wegen der er eingesperrt wurde. Dann würde man ihn zum Tode verurteilen. Während der Schinderkarren zur Fähre rollt, könnte Poe die Fesseln mit Hilfe des Knochendolchs, den er an seinem Körper verstecken muss, durchtrennen. Auf der Fähre braucht er dann nur noch in den Fluss zu springen und quer zur Strömung zum Ufer zu schwimmen. Poe tut, wozu ihm Abraham geraten hat. Doch es kommt alles ganz anders, als Poe und Abraham es vorhergesehen haben und unvermittelt sieht sich der Mann ohne Gedächtnis in einem Alptraum gefangen'
In dieser Folge steht das Schicksal von Edgar Allan Poe wieder im Vordergrund und wurde mit viel Liebe zum Detail stimmig in Szene gesetzt. Eine Reihe professioneller, wohlbekannter Sprecher stehen Ulrich Pleitgen alias Edgar Allan Poe zur Seite. Frank Glaubrecht als Direktor, Tilo Schmitz als Wärter und Klaus-Dieter Klebsch als Abraham Farry bilden die Creme de la Creme der deutschen Synchronstudios. Auch Iris Berben hat einen kleinen Auftritt als Leonie Goron. Begleitet wird die originelle Geschichte von der genialen Musikkulisse Christian Hagittes und Simon Bertlings. Zwar kommen in dem Hörspiel kaum neue Stücke zum Einsatz, doch die bekannten Kompositionen haben noch lange nicht ihren Reiz verloren und passen immer wieder zu den düsteren, morbiden Szenarien, in die Melchior Hala, alias Moritz Wulf Lange, seinen Helden stolpern lässt. Dem Hörspiel liegt die Erzählung 'Die Methode Dr. Tern und Prof. Feddern' zugrunde, die hier einfach in 'Teer und Federn' umbenannt wurde. Erstaunlich ist, wie nah sich das Hörspiel an die Kurzgeschichte Edgar Allan Poes anlehnt, und dass ohne Visionen und Alpträume. Die Originalgeschichte spielt indes in Frankreich und nicht, wie im Hörspiel auf einer abgelegenen Insel im Hudson River in New York. Doch der Plot der Geschichte ist haargenau derselbe. Doch wo in Poes Erzählung ein nicht zu verkennender augenzwinkernder Humor durchblickt, bleibt die Hörspieladaption ernst, düster und sehr beklemmend. Die Spannung steigert sich ins Unerträgliche und gipfelt in einem dramatischen Finale. Der Bonustrack von ELANE wirkt dabei fast wie eine Erlösung. Der klangvolle Song ist eine musikalische Offenbarung und verliert auch beim wiederholten Anhören nicht seinen Reiz.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 30. Dezember 2008 |